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Wertschätzung - Jochen Krölls Blickwinkel


Ich bin wertschätzend, wenn ich meine Mitwesen als gleichwertig betrachte, die sehr unterschiedlich sind oder sein können und unterschiedliche Blickwinkel auf Sachverhalte und die Welt an sich haben (können). Wenn die Art meines Umgangs mit ihnen von dem Bestreben getragen ist, dass sie ihren Selbstwert und ihre Integrität aufrechterhalten können oder ich womöglich sogar zu deren Steigerung beitragen kann. Dazu gehört auch Ambivalenztoleranz: zu ertragen, dass bzw. wenn unterschiedliche Antworten auf den gleichen Sachverhalt valide sein können.


Wertschätzung wird u. a. sichtbar in der Kommunikation — unter Kommunikation verstehe ich dabei mehr als die Inhalte des gesprochenen Worts: Die Art und Weise, wie ich mit meinen Mitwesen in allen Ausdrucksformen interagiere. Hier betrachte ich die agierende/handelnde und die nehmende/empfangende Seite. Beide tragen Verantwortung für Wertschätzung.


Die empfangende Seite deutet die ihr zugetragene Interaktion und Kommunikation. Ihr Verantwortungs-Anteil liegt in erster Linie im Grad der Bewusstheit über die Wirkung ihrer Deutung, also deren Einfluss darauf, wie sie den Inhalt der wahrgenommenen Interaktion beeinflusst oder gar ausrichtet.


Die agierende Seite wirkt auf die Wahrnehmung der empfangenden Seite mit dem Bestreben, deren Deutungsrahmen gering zu halten. Das erreicht sie zum Beispiel, indem sie so klar wie möglich beobachtbare, möglichst objektivierbare Sachinformation einerseits und Darlegung ihres persönlichen Befindens andererseits trennt und kenntlich macht („Ich-Aussage“ in Schulz-von-Thuns Kommunikationsmodell). Sofern das in wertschätzender Absicht geschieht, ist seitens der agierenden Seite dafür Sorge getragen, dass Selbstwert und Integrität der Rezipientin erhalten bleiben.


Das Wunderbare an Wertschätzung ist, dass ich nicht nur etwas für meine Mitmenschen erreiche, sondern auch für mein eigenes Wohlbefinden: Im Konfliktfall verringertes Unwohlsein, in anderen Fällen ein wirklich gutes Gefühl. Missverständnisse werden weniger. Wenn wir das stärker in unsere Umgangskultur integrieren, geht es uns insgesamt besser, einschließlich Gesundheit. Ein Plädoyer, Wertschätzung in unseren Bildungseinrichtungen zu integrieren.


Wertschätzung, von Jochen Krölls


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